Schokolade…

…schon das Wort weckt die Sehnsucht nach dem zarten Schmelz, der den Gaumen ausfüllt mit seinem köstlichen Geschmack bis in den letzten Winkel, den Verstand ruhen und die Seele träumen lässt…

Oft ist Schokolade für uns Ersatz für Lob oder Zuwendung, sie tröstet uns über so manches hinweg. Erinnern Sie sich an Ihre Kindheit: Sie heulten wie ein Schlosshund und irgend jemand schob Ihnen ein Stückchen Schokolade in den Mund. Schon sah die Welt wieder ein kleines bisschen freundlicher aus. Die Kochbuch-Autorin Lorna Sass brachte es auf den Punkt: “Niemand wird es leugnen: Wenn unsere Geschmacksnerven betörende Erregung, Dramatik und süße Befriedigung suchen, dann greifen wir nicht zur Kartoffel und auch nicht zu Preiselbeeren. Wir essen Schokolade.”

Das Wort Schokolade begegnet uns auch ständig in – teils merkwürdig formulierten – Schlagzeilen der Presse:
Studie: Schokolade schützt vor Herzinfarkt
Lachen, Schokolade essen und nicht zuviel arbeiten für das Herz
Mehr Schokolade führt zu weniger Schlaganfällen bei Frauen
Schokolade löst keine Migräne aus (Na ja, positiv ist das auch nicht wirklich.)
Schokolade ist gut für Herz und Kreislauf
aber auch:
Das Hüftgold-Protein – Forscher enträtseln den Mechanismus der Fettbildung (Das hat doch ganz sicher nichts mit Schokolade zu tun – höchstens mit viel zu viel Schokolade ;-) .)

Schokolade fördert die Wundheilung, kann dem Herzinfarkt vorbeugen und macht gute Laune. Sie wirkt als Aphrodisiakum und beugt Magengeschwüren vor. Studien haben ergeben, dass sich gewisse Inhaltsstoffe von Kakao aus der Gruppe der Flavonoide günstig auf die Blutgefäße, den Blutdruck und die Blutgerinnung auswirken.

Rein statistisch gesehen, müssten dann allerdings die Deutschen gesünder sein, als sie es tatsächlich sind, denn sie liegen mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 11,4 kg Schokolade auf dem zweiten Platz weltweit, knapp übertroffen nur noch von den Schweizern – wen wunderts – mit 11,7 kg. Das liegt aber wohl nicht an der Schokolade, sondern an vielen, vielen anderen Nahrungsmitteln und den Lebensgewohnheiten. Zu fett, zu viel, zu faul… Auf dem dritten Platz beim Schokoladen-Verbrauch liegt übrigens Großbritannien mit 10,9 kg, Vierter ist Norwegen mit 9,8 kg. Am wenigsten Schokolade essen nach der Statistik die Japaner mit gerade mal 2,2 kg. Die Zahlen stammen aus den Jahren 2008 (Schweiz) und 2009 (alle anderen).

Die meiste Schokolade – richtiger gesagt, der meiste Kakao – kommt heute nicht mehr aus den mittelamerikanischen Ursprungsländern, sondern aus Afrika. Weltmeister in der Kakaoproduktion ist heute die Elfenbeinküste, die korrekt Republik Côte d’Ivoire heißt. Dieses Land produzierte 2006 rund 1,4 Millionen Tonnen Kakao. Das hat einen bitteren Beigeschmack – jährlich werden dort weit über eine halbe Million Kinder als Arbeiter eingesetzt. Zweiter ist Ghana mit ca. 0,7 Millionen Tonnen. Als Nr. 1 auf dem amerikanischen Kontinent liegt Brasilien auf Platz 6 der Weltrangliste mit 0,16 Millionen Tonnen. Mexiko, eines der historischen Ursprungsländer des Kakaos, kommt erst auf Platz 10 mit mal gerade eben 50.000 Tonnen im Jahr.

Schokolade kann man jedoch nicht nur essen oder trinken. Der Trend geht seit einiger Zeit auch zur äußeren Anwendung. Viele Wellness-Studios und -Hotels bieten das an. Schokolade ins Vollbad, zur Massage, als Packung oder für die Gesichtsmaske. Schon die Maya und Azteken verwendeten zum Beispiel Kakaobutter als Heilsalbe bei Verbrennungen. Kakaobutter erhalten Sie in vielen Bodyshops, Sie können sich wirklich gut damit eincremen, ich finde sie sehr angenehm. Bestimmte Inhaltsstoffe im Kakao sollen die freien Radikalen binden und isolieren, die für den Alterungsprozess der Haut verantwortlich sind. In den kosmetischen Produkten sind sie jedoch in viel geringeren Mengen enthalten als im reinen Kakaopulver. Etliche der in Schokolade enthaltenen Mineralstoffe und Vitamine tun der Haut sicher auch gut, wenn sie denn in der richtigen Form und Dosierung in einer Creme oder Maske drin sind. Und der Duft streichelt die Seele… Schokoladengenuss mal kalorienfrei ;-) .

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