Meine Ungarische Sünde…

…Budapester Schokoladenkuchen.

„Akarmennyi csokoládés megehetsz“, sagte Marthas Oma zu mir. Na ja, „Tschokolade“ hatte ich verstanden, aber sonst leider nichts… Und auf dem Tisch vor mir stand ein Schokoladenkuchen, schlicht kastenförmig, aber köstlich duftend. Mir lief das Wasser im Mund zusammen. „Oma hat gesagt, Du kannst so viel Schokoladenkuchen essen, wie Du möchtest,“ übersetzte Martha, die neben mir am Tisch saß und mich frech angrinste.

Martha war eine Schulfreundin von mir, deren Großmutter aus Ungarn stammte. Am schönsten fand ich es immer, wenn wir uns bei ihr trafen, denn ihre Oma hat leidenschaftlich gern gekocht und gebacken und uns Mädchen damit nach Strich und Faden verwöhnt.

Ungarische Küche, das ist nicht nur Kesselgulasch und Palatschinken, Letcsó und Dobostorte.
In der ungarischen Küche machten sich in der Zeit des österreich-ungarischen Kaiserreiches auch französische Einflüsse bemerkbar.

Der Ursprung dieses Schokoladenkuchen-Rezeptes könnte aus dieser Zeit stammen. Oder es hängt vielleicht auch mit Johann Gundel zusammen, dem ersten Besitzer des berühmten Restaurants Gundel in Budapest. Der hat nämlich im 19. Jahrhundert in Wien bei Sacher gelernt.

Aber jetzt widmen wir uns doch lieber mal der Zubereitung dieses köstlichen, lockeren Schokoladenkuchens. Ein bisschen aufpassen muss man dabei schon, wie immer, wenn man geschmolzene Schokolade zum Backen verwendet. Sie darf eben nicht zu warm sein, sonst wird die Teigmasse leicht flüssig, aber auch nicht schon zu kalt, sonst bilden sich eventuell im Teig feste Stückchen. Am einfachsten ist es, finde ich, den Finger in die flüssige Schokolade zu tunken. Wenn die Schokolade in etwa die gleiche Temperatur hat, dann passt es.

Und hier das Rezept:

Zutaten:
für den Teig:
140 g Butter
150 g Zucker
100 g Schokolade, 50 % (Zartbitter)
6 Eigelb
6 Eiweiß
50 g Mehl Type 550
50 g Biskuitbrösel (von Löffelbiskuits)
50 g gemahlene Mandeln

Butter zum Einfetten
Backpapier für die Form

für die Glasur:
100 g Schokolade, 70 % (Edelbitter)
60 ml Sahne

Zubereitung:
Butter in einer Schüssel mit 50 % Zucker schaumig rühren.
Zartbitter-Schokolade in einer Schüssel im Wasserbad schmelzen. Vorsicht, bitte nicht zu heiß werden lassen. Etwas abkühlen lassen und esslöffelweise unter die Butter-Zucker-Masse ziehen.
Dann einzeln die Eigelb renrühren.

In einer anderen Schüssel das Eiweiß zu steifen Schnee schlagen. Dabei nach und nach den restlichen Zucker einrieseln lassen. Auch unter die Buttermischung ziehen. Nicht zu lange rühren, bitte. Das vermischt sich im folgenden Arbeitsgang noch vollends.

Mehl mit Biskuitbröseln und Mandeln mischen, langsam unterheben.

Den Boden und die Längsseiten einer 30-cm-Kastenform mit Backpapier auslegen, die Schmalseiten einfetten und mit Semmelbröseln bestreuen. Alternativ auch die Schmalseiten mit passenden Stücken von Backpapier abdecken.

Teig reinfüllen. Form in den auf 190° C vorgeheizten Backofen auf die untere Schiene schieben. Backzeit ungefähr 55 Minuten, eventuell den Kuchen nach 45 Minuten auf die mittlere Schiene stellen. Spätestens nach 50 Minuten Stäbchenprobe machen.

Form aus dem Ofen nehmen und den Kuchen 10 Minuten in der Form abkühlen lassen. Dann auf einen Kuchendraht stürzen und vollends auskühlen lassen.

Edelbitterschokolade mit der Sahne im Wasserbad vorsichtig schmelzen, Kuchen damit überziehen. Kuchen an einen kühlen Ort stellen, bis die Glasur fest ist.

 

 

 

 

 

 

 

Und dann – einfach genießen.

Hier gibt es noch mehr leckere Schokoladenkuchen für Sie – profitieren Sie von den Kenntnissen und Erfahrungen einer begeisterten Schokoladenkuchen-Bäckerin:

Bildquellen:
C emeraldphoto – fotolia.com
C Mikael Damkier – fotolia.com

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2 Antworten auf Meine Ungarische Sünde…

  1. Pingback: Schokoladenkuchen Rezept Budapester Schokoladenkuchen | e-concierge™ Blog - The World of Recommendations

  2. Ich bin ja sonst mehr ein Fan von Schokolade in Tafelform, aber das hört sich echt lecker an! Vor allem die Mandeln und Biskuitbrösel geben dem Kuchen sicher nen guten Kick. Vielen Dank fürs Rezept, das ich gleich auf die “Nachmach-Liste” gepackt habe.

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